GEMA weg

AKTUELL: GEMA-ONLINE-PETITION Hier gegen die Tariferhöhungen unterschreiben.

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist eine Organisation, die all jene, die öffentlich Musik abspielen bzw. aufführen – das betrifft mich, da ich Konzerte und Tanzveranstaltungen organisiere – zur Kasse bittet. Im Prinzip habe ich kein Problem damit, da ich der Meinung bin, dass ich, wenn ich mit der künstlerischen Leistung anderer Geld verdiene, die Urheber an den Einnahmen beteiligen muss. Nur ist die GEMA, obwohl als Verein organisiert, quasi eine Behörde. Es gilt die sogennante GEMA-Vermutung, also jeder, der sich als Veranstalter, Musiker etc. exponiert, muss der GEMA nachweisen, dass er keine „geschützten Werke“ aufgeführt hat. Dies ist eine Umkehrung der in Deutschland üblichen Rechtssprechung, dass ein Kläger dem Beklagten einen Gesetzesverstoß nachweisen muss. Schon allein das ist für mich Grund genug, die GEMA zu verdammen.

Wer sich mit der übermächtigen Organisation anlegt, hat es schwer, nicht das Fell über die Ohren gezogen zu bekommen. Und ich hatte schon oft Stress mit der GEMA, da könnte ich einige Geschichten erzählen. Was mich zuallererst stört, ist, dass ich selbst bei meinen Kleinstpartys und -Konzerten umfangreiche Formulare ausfüllen muss. Nun bin ich sowieso ein Fan von Bürokratie aber es gibt auch noch andere Gründe, warum ich mich regelmäßig weigere, das Spiel der GEMA zu spielen. Zum einen verlangt sie, dass ich bei Konzerten bürgerliche Namen und Wohnadressen der Musiker angebe. Die weiß ich zum Teil selbst nicht und ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht. Und ich glaube, dass die GEMA das einen Scheißdreck angeht, ganz besonders, weil kaum ein Musiker aus dem Industrial und Noise-Bereich Mitglied dieses albernen Vereins ist. Aus meiner Sicht dient diese Abfrage der Überwachung, weshalb ich auch gern von einer Musikstasi spreche. Verstehen wir uns nicht falsch: Es geht hier um eine informelle, winzig kleine Szene, in der keine großen Gelder umgesetzt werden, in der Bands für Spritgeld spielen und für das gemeinsame Erlebnis. Soll sich die GEMA doch um die Leute kümmern, die tatsächlich im Big Business tätig sind und nicht um die kleinen Krauter und Hobbymacher. Aber genau die werden mit Vorliebe getriezt, so zumindest mein Eindruck.
Neben dieser allgemeinen Kritik habe ich schon mehr als einmal erlebt, dass die GEMA auf „Dummenfang“ geht. Um ein simples Beispiel aufzuführen: Für eine Disko sollte ich eine Titelliste abgeben. Irgendwann habe ich das gemacht, alle Titel auf der Liste waren meines Wissens GEMA-frei. Zurück bekam ich dann eine Zahlungsaufforderung, mit dem Hinweis, dass die Stücke A, B, C & D unter das „Leistungsschutzrecht“ der GEMA fielen. Dumm nur, dass die Herrschaften auf meiner 150 Titel umfassenden Liste ausschließlich Bands / Musiker angekreuzt hatten, die ich persönlich kannte und die mir auf Nachfrage bestätigten, nicht GEMA-Mitglieder zu sein. Als ich dies zurückschrieb, war sofort Funkstille…

Wie gesagt, abgeschafft werden muss die GEMA eigentlich nicht, denn dass, was sie macht, ist sicherlich sinnvoll. Nur wie sie es macht, ist aus meiner Sicht blankes Raubrittertum (dabei habe ich ja noch nicht mal drüber gesprochen, wie das Geld verteilt wird, dass GEMA-Mitglieder nicht selbst entscheiden können, ob ihre Musik frei ist etc.). Die Organisation, wie sie sich momentan gibt, gehört zerschlagen und durch eine andere, neue und transparente ersetzt. Oder am Besten durch konkurrierende Organisationen. In diesem Sinne: GEMA weg!

AUF DIESER SEITE FINDET IHR LINKS VON ARTIKELN ZUM THEMA GEMA und Urheberrechtsindustrie:

GEMA scheitert mit Gebührenvorstoß bei Wohnungsbesitzern (18.09.2015)
BGH sieht Eigentümergemeinschaften mit Hausantenne nicht als Quasi-Konzertsäle

Verein Musikpiraten will GEMA erneut vor Gericht bringen | Telepolis

Verwertungsrechts-Extremisten kritisieren Abmahndeckelung | Telepolis

DJ-Tarif der Gema – jetzt hackt’s völlig.
Das ist das Ende aller normalen DJ-Arbeit im Kleinen…

Streit um Gema-Gebühren: Gema, der Club der oberen 3400
Die wichtigsten Kritikpunkte an der GEMA zusammengefasst und mit Zahlen untermauert. Inklusive weiterführender Links.

Pirat Bruno Kramm zieht gegen die GEMA vor Gericht
„Gemeinsam mit einem Textdichter richtet sich der Komponist in der heise online vorliegenden Klageschrift gegen die Praxis der Münchner Musikverwertungsgesellschaft, Teile der im Namen der Kreativen eingenommenen Urheberrechtsvergütungen an Musikverlage auszuschütten….“

GEMA nach wie vor an außergerichtlicher Einigung interessiert (28.01.2013)

BR-Space Night geht auch ohne GEMA

GEMA bricht Verhandlungen zu YouTube ab
Die GEMA hat heute (10.01.2013) die Verhandlungen mit YouTube abgebrochen und ein Verfahren eingeleitet, das die von ihr geforderte Mindestvergütung neutral überprüfen soll…

Die GEMA will ihre Abgabenerhöhung im Jahr 2013 auf 15 Prozent begrenzen
Wie gütig! Die „Tarifreform“ wird auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben.

Hintergrundmusik in Arztpraxen ist nicht vergütungspflichtig…
auch wenn die GEMA das Gegenteil behauptet! GEMA missachtet Urteil des Europäischen Gerichtshofes.

Was die GEMA bei ihren Verhandlungen unter DJs, Clubs und Diskotheken versteht…
Die GEMA „erfindet“ sich DJ- und Diskotheker-Verbände, mit denen sie sich dann über die euen Bedinugnen einigt. Super Idee!

GEMA-Vermutung bleibt
Die Petitenten konnten sich im Bundestag leider nicht durchsetzen…
S. auch hier

Muss die GEMA-Vermutung wirklich weg – Grundsätzlicher Artikel aus der Zeit

Petition gegen GEMA-Vermutung nimmt erste Hürde
Die Petition 35441, welche die Abschaffung der sogenannten „GEMA-Vermutung“ fordert, hat einen Tag vor Fristende die erforderliche Mindestanzahl an 50.000 Mitzeichnern erreicht…

Musikpiraten verlieren erstinstanzlich gegen GEMA
Die GEMA hat einen Prozess gewonnen, weil die Musiker auf einer Creative-Commons-CD unter Pseudonymen agieren. Weil er in dem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt eine Gefahr für CC-Lizenzen in Deutschland sieht, will der Verein in Berufung gehen.

EU-Kommission will Gema und Co. härter regulieren
Mehr als 250 Verwertungsgesellschaften vertreten in der EU die Rechte der Komponisten und Textautoren von Musikstücken. EU-Kommissar Barnier will die Verwertungsgesellschaften mit einer neuen Richtlinie strenger regulieren.

Die GEMA kassiert auch Pauschalen für alle Speichergeräte und Möglichkeiten zur Vervielfältigung von urheberrechtlich geschützem Material. Geld, das nach dem gleichen unsinnigen Schlüssel verteilt wird, wie die bekannten GEMA-Gebühren. Wie viel das ist, kann sich jeder jetzt ausrechnen.

GEMA will Geld für Creative-Commons-Stück
Die Verwertungsgesellschaft klagt vor dem Amtsgericht Frankfurt gegen den Verein Musikpiraten

Demonstration in Berlin gegen Tarifänderung der GEMA
Interview mit Dr. Motte, dem Begründer der Love Parade

Zwei Club-Betreiber über die bevorstehende GEMA-Erhöhung im Veranstaltungsbereich
Welche Folgen hat der neue „dynamische“ Abrechnungsmodus für Clubbetreiber: Kleinere und mittelgroße Clubs müssen mit einem Anstieg der Gebühren von 500 bis 800 Prozent rechnen.

Streit zwischen Gema und Youtube geht weiter
Der Streit um Musikvideos bei Youtube wird die deutsche Justiz noch lange beschäftigen. Die Google-Plattform und die Gema konnten sich am Verhandlungstisch nicht einigen. Nun legen beide Parteien Berufung ein.

Konkurrenz für die GEMA?
Es wurde höchste Zeit. Mit Cultural Commons Collecting Society – kurz C3S – könnte der GEMA ein Konkurrent erstehen. „Das ist laut Gesetz kein Problem: Lediglich das Deutsche Patent- und Markenamt, das die juristische Aufsicht über die deutschen Verwertungsgesellschaften hat, müsste der neuen Verwertungsgesellschaft ihren Segen geben.“

Die Fünf-Prozent-Gesellschaft
Ist die GEMA ein Selbstbedienungsladen für Mainstreammusiker? Bis vor kurzem haben vorwiegend Veranstalter wie kleinere Musikkneipen und lokal aktive Musiker über die GEMA geschimpft…
Ausführlicher Artikel zur Arbeitsweise der GEMA und zur Kritik an ihr.

Selbst ein Bein gestellt
Ganz offensichtlich nimmt es die GEMA mit ihren eigenen Regeln nicht so ganz Ernst. Für das Stück „Rivers Of Babylon“ ist Frank Farian als Komponist eingetragen, dabei ist er nur „Bearbeiter“…

Fadenscheiniger Leitfaden
Die Content-Industrie will Schüler mit dem rechtlich zweifelhaften Flyer „Legal, sicher und fair“ in ihrem Sinne beeinflussen

Gema gegen Rapidshare – Revision vor dem BGH angekündigt
Die Gema hat gewonnen: Rapidshare werden konkret eingeklagte Urheberrechtsverletzungen untersagt. Bleibt die Frage – haften Filehoster generell für bei ihnen untergestellte Inhalte? Die Antwort sucht Rapidshare nun vor dem Bundesgerichtshof.

GEMA wurde ein Zahn gezogen
Der Europäische Gerichtshof hat über die Vergütungspflicht für Musiknutzung in Hotels und Zahnarztpraxen entschieden.

GEMA legt Zahn zu
OLG Hamburg statuiert gegen RapidShare Überwachungspflichten für Wiederholungsfälle

Eine kleine Parodie:

5 Kommentare (+add yours?)

  1. undergroundnoises
    Apr 27, 2012 @ 12:46:59

    21. Mai 2012: Tag der Offenen Tür bei der GEMA in Dresden: http://www.kultur2punkt0.de/2012/kultur-starken-beim-tag-der-offenen-gema-tur–1852

    Antworten

  2. undergroundnoises
    Jan 25, 2013 @ 09:46:57

    Witziger Artikel zum Thema, nicht ganz Ernst gemeint. Insbesondere die GEMA-typische Sprache lässt Schmunzeln: http://www.heise.de/tp/blogs/6/153609

    Antworten

  3. Jan
    Aug 27, 2015 @ 20:57:23

    In diesem Rahmen wäre ein Hinweis auf die c3s noch sinnvoll: http://www.c3s.cc

    Antworten

    • undergroundnoises
      Aug 28, 2015 @ 06:58:23

      Funzt leider nicht… Soll ich’s berichtigen?

      Antworten

      • Jan
        Aug 28, 2015 @ 08:35:09

        arg, ja. c3s.cc natürlich

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