Terror oder Verwirrung

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Ein Mann rennt am 1. Jahrestag der Charlie Hebdo Anschläge mit einem Schlachtermesser und einer Sprengstoffgürtelattrappe, „Allahu Akbar“ schreiend auf eine Polizeirevier zu, wo er gleich von den Kugeln der Ornungshüter niedergesteckt wird.

Sieht so Terrorismus aus oder ist das eher fremdinduzierter Selbstmord? Selbst wenn dies alles so geschehen ist, wie in den Medien berichtet, inklusive des „Dokumentes mit der IS-Fahne“ – und da sollte man, wenn es um Terrorismus und Geheimdienste geht, immer skeptisch sein – verdient solch eine Aktion nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit. Aber man tut ja alles, um die aufgeheizte Stimmung nicht abkühlen zu lassen.

Perfect Hate Circle

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I hate everyone,
who’s not like me.
But most of all
I hate myself.

Feuer im Kopf – Zeit.de

Gruftig-peinlich…

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Früher habe ich mich immer darüber geärgert, wenn blöde Witze über die Schwarze Szene gemacht wurden, da ich mich dort heimisch gefühlt habe. Mittlerweile kann ich viele Vorurteile nur bestätigen. Dass eine „Band“ wie Blutengel bei den „Goten“ erfolgreich ist, zeigt nur, wie albern die Szene geworden ist. Bei der Recherche für die WGT-Vorbereitung in diesem Jahr stieß ich auf folgendes Video, dass ich hier festnageln möchte, damit es mir (quasi als „Horrorfilm“) nicht mehr verloren geht. Unglaublich, mit welcher Penetranz jedes noch so abgelutschte Grufti-Klischee hier ausgewalzt und ad absurdum geführt wird. Zur Musik werde ich mich absichtlich nicht äußern…

Fledermäuse, Vollmond, Kirchenglocken, Schloss im Dunkeln, Fackeln, Kerzen, einsamer Held, Sarg (10 Sekunden), „Kirchenchor“, große Liebe in Form eines Bildes, elend lange Fingernägel (15 sec), Blut trinken, verschüttetes Blut (24 sec) – jetzt kommt erst mal der abstruse neuzeitliche Teil, wie aus einer Autowerbung, wo der Held mit seiner Benzinkutsche durch die Gegend düst, man muss ja neu Käuferschichten ansprechen – Vampir beißt schöner Frau in den Hals, Vampirkind tut es auch, eisernes Tor, mit Lüster beleuchtetes Zimmer, Frau fackelt im Hintergrund, vier Tanzmäuse, der Held hockt in der Mitte auf dem Thron, Klamotten alle schwarz, Lack und Leder, düstere Atmosphähre (45 sec – die Klischeeabfolge wird in Folge etwas gedrosselt), rote Augen, alberne Uniform, Totenschädel, Friedhofszene, Gruftidisko – Vokabeln wie Schicksal, Blut und Ewigkeit dürfen im „Text“ selbstverständlich nicht fehhlen, Grufti-Erotik, versunken Tanzende Goten, nackte Haut, Spitzenwäsche, ein leicht geöffneter Frauenmund mit knallroten Lippen, Vampirgekaspere, Piercings, wieder Blut, Strapse und kurze Röcke, Fackeln und so weiter und so fort. Viel neues passiert nicht mehr, ein bissel Lesbensex, billige Pornoästhetik, Tattoos und immer wieder Blut und Feuer…

Ich dachte früher mal, dass die Schwarze Szene eine Ansammlung von eher in sich gekehrten Menschen ist, die Interesse an guter Musik, Filmen, Büchern haben und ja, auch die angeblich dunkle Seite des Lebens mögen und die sich lieber fernab von Massen und konsumistischer Triebbefriedigung aufhalten. Sicher, diese Leute mag es noch immer geben, und das – liebe „früher was alles besser“ Szeneveteranen – auch unter den Nachwuchs-Schwarzen. Dass Blutengel & Co. zu den Helden des Szene-Mainstreams gehören, spricht aber eine mehr als deutliche Sprache. Das Klischee regiert und jedes Faltboot hat mehr Tiefgang als diese dauerpubertanten Texte. Die obligatorische Frage nach dem „Ist das Kunst oder kann das weg“, lässt sich hier klar und deutlich beantworten: DAS KANN WEG!

NACHTRAG:

Ich habe mich erhlich gesagt über die Vielzahl an Meinungen zum Thema gewundert, mal von einem satyrischen Dauertroll und einem albernen Elsterglänzer abgesehen, hatten die Meinungsäußerungen durchweg Substanz. Insofern ist es um die Schwarze Szene nicht ganz so schlimm bestellt, schließlich kümmern sich die Beteiligten noch darum, wie ihre Szene aussieht.

Um es klarzustellen: Ich bin nicht die Szenepolizei und deshalb entscheide ich nicht, was „gruftig“ ist und was nicht – auch weil ich an dieser Art Klassifizierung kein Interesse habe.

Ich nehme mir trotzdem heraus, eine Meinung zu vertreten, die manchem vielleicht nicht passt aber es ist meine Meinung, die ich in meinem Blog kundtue. Wer die Meinung doof findet, kann dies gern mitteilen oder einfach zur nächsten Seite weiterklicken, wo jemand die gegenteilige Anschauung vertritt.

Früher war sicher nicht alles gut, aber manches besser (s. Video). Für die Schwarze Szene maße ich mir an, einzuschätzen, dass sie in vielen Bereichen gut war. Wie gesagt, das könnt Ihr anders sehen und auch gern diskutieren. Vielleicht überzeugt mich ja das eine oder andere Argument. In diesem Sinne: Weitermachen!

Grenzen auf!

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Die meisten Menschen hierzulande wollen es noch nicht wahr haben, doch die Zeiten eines „weißen“ Europa sind vorbei. Sicher, wir können uns hier noch ein paar Jahre einbunkern und hoffen, dass der Migrationsstrom wieder nachlässt aber ich glaube, dass ist eher realitätsfern. Die realistischere Folge einer Festung-Europa-Politik ist, dass wir uns in Richtung Polizeistaat bewegen – unser Terrorismus ist dann eben die Migration, deren Bekämpfung jedes noch so abstruse Gesetz rechtfertigt. Die Freizügigkeit und Reisefreiheit, für die gerade hier im Osten viele auf die Straße gegangen sind, ist dann wieder passé. Schon jetzt werden Forderungen laut, die Grenzen dicht zu machen. Doch das Gegenteil wäre sinnvoll, wie dieser Artikel nahelegt:

Machen wir die Grenzen auf, die Menschen kommen sowieso

Mater Sancti Drive

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sCHimmelpilz, Expo70, 1000schoen
My town kann man gehen kann man bleiben
verliebt sich leicht,
bricht auf
erschrickt, resigniert
fängt von vorn an,
entflieht dem kessel
kommt zurück. 1000schoen.

MASSENMENSCHEN-MENSCHENMASSEN
kranke stadt erstickt am weihrauch
offene arme gezeigt gesichter
weit weg vom Altar des Lebens
wächst eine neue Kraft
aus dem Abfall einer Idee,
MATERialsiert
während die alten Eliten
sich die Perücke pudern

Schöne Orte, schöne Menschen
Ob Außen oder Innen
verrät Dir die Zeit.
Im Kessel brodelte heiße Quelle.
Detonation.
Wasser bricht aus. Stadt im Aufruhr.
Wir wachen auf.
Schauen zurück
erschrecken.
Machen weiter.
Denkt nach. zurück. nach vorn.

Was zu Pegida…

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Vor einer Woche habe ich einen Artikel zur Pegida veröffentlicht.

Vorwärts in die Vergangenheit. 

Mir ging es in erster Linie erst einmal darum, was die Leute wollen (wissen sie aber wahrscheinlich selbst nicht so genau). Das Positionspapier selbst enthält viele sinnvolle Ideen, es beantwortet aber die aus meiner Sicht entscheidende Frage nicht: „Warum stellt eine Bewegung, die in ihrem ersten Programmpunkt das Recht auf Asyl verteidigt, den Kampf gegen die ‚Islamisierung des Abendlandes‘ in den Mittelpunkt?“ Höchstwahrscheinlich deshalb, weil sie Stimmung gegen Muslime und in diesem Atemzug gleich gegen alle Migranten machen will…

Letztendlich kann ich die Leute aber nicht dafür kritisieren, dass sie auf die Straße gehen. Das ist ihr gutes Recht in einer Demokratie. Besser wäre es selbstverständlich, wenn Sie hehre Ziele verfolgten.

 

Unrechtsstaat DDR

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UNRECHTSSTAAT DDR
Cicero.de
Als Propagandist ist Genosse Gysi unschlagbar
VON HUGO MÜLLER-VOGG10. OKTOBER 2014

Wieder mal ein Wessi, der es von uns hören will: „Ja, die DDR war ein Unrechtsstaat!“
Hier mein Kommentar zum Artikel. Ich weiß nicht, ob er veröffentlicht wird. Die anderen bisher verfassten Kommentare gehen in eine ähnliche Richtung…

Als 1972 Geborener habe ich die DDR nicht wirklich intensiv erlebt, schon gar nicht als Unrechtsstaat. Gleichwohl ist mir klar, dass sie es war. Doch das Problem liegt aus meiner Sicht woanders: Die Ostdeutschen fürchten nicht zu Unrecht, von den „Siegern der Geschichte“ herabgesetzt zu werden. Nach 1990 waren genug Wessis im Lande, die meinten, den hier Lebenden erklären zu müssen, dass alles im Osten Geschaffene nichts wert sei. Deshalb wehren sich die Ostdeutschen so vehement gegen die Bezeichnung Unrechtsstaat. Würden im gleichen Atemzug die Fehler der alten Bundesrepublik – und auch davon gab es genug – genannt und über aktuelle demokratische Defizite diskutiert, dann wäre die Bereitschaft, das böse Wort in den Mund zu nehmen, sicher ein Stück größer…

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