Die offizielle Berichterstattung zu den Krawallen im Hamburger Schanzenviertel war wieder einmal völlig eindeutig: Linke und Autonome Randalierer haben die Stadt verwüstet und mit brutaler Gewalt Polizsiten angegriffen.

Beispielhaft lässt sich das hier in der Springer-Postille „Welt“ nachlesen.
Hamburger Krawalle : „Freizeitvergnügen von Psychopathen“ empört CDU – Nachrichten Politik – Deutschland – DIE WELT

Von den sozialen Hintergründen solcher Proteste ist nie die Rede, stattdessen wird die Politik des „Law and Order“ gepriesen. Eine gute Gelegenheit auch, das Demonstrationsrecht einzuschränken. So will man den zu erwartenden sozialen Protesten in der Zukunft einen Riegel vorschieben. Die Anmelderhaftung heißt im Prinzip nichts anderes, als dass politisch unliebsame Personen einfacher verknackt werden können. Denn eskaliert solch eine Demonstration, muss der Anmelder für alle Schäden aufkommen, was schnell seinen finanziellen Ruin bedeuten kann. Als Polizei würde ich dafür sorgen, dass möglichst viel zu Bruch geht…

Hier die recht rabiate Sicht der Autonomen auf die Ereignisse:
de.indymedia.org | Hamburg 21.12.- Schanze bis zur Reeperbahn, es lohnt sich aber unbedingt auch den Kommentar „Militanzfetisch in Reinkultur“ von „autonom organisierter haufen“ zu lesen, der mit dem Schreibenden hart ins Gericht geht.

sowie ein neutralerer Text, der die Hintergründe beleuchtet:
Gummigeschosse und Führerscheinentzug statt Lösung sozialer Probleme | Telepolis

Dieser Artikel widmet sich dem Vorgehen der Polizei. Fazit: Undifferenzierte Gewalt von Seiten der Ordnungshüter stärkt die Gruppendynamik, das „Wir gegen die“. So wird Gewalt nicht verhindert, sondern provoziert:
Der Mob im Schafspelz? | Telepolis

Dass wir in Zukunft verstärkte soziale Proteste zu erwarten haben, steht für mich völlig außer Frage. Dass jetzt häufig „Linksradikale“ an der Spitze dieser Proteste stehen, wird vom Staat gern genutzt, um diese zu diskreditieren. Ich glaube auch nicht, dass Militanz zu einer Verbesserung der Situation führt, doch dass sich etwas ändern muss, ist klar. Ohne Druck geschieht jedoch nichts. Wie genau dieser Druck aussehen kann? Ich tendiere in Richtung eines Generalstreiks. Ob das im Deutschland des Jahres 2014 möglich ist???

„Bettler und Obdachlose wurden wieder zu einem gewohnten Bild in den städtischen Zentren“ | Telepolis

Das Areal:

Nachtrag: Großartiger Kommentar!
Die Krawalle in Hamburg und die Rolle der Polizei: Was alles nicht gesagt wird – n-tv.de

Noch ein guter Artikel zu den Hintergründen:
Hamburg hat ein Problem mit seiner Polizei | Telepolis