etwas populistischer Artikel von Harald Martenstein in der Zeit

Antwort von „Dr. Mutti“ – hier finde ich die Kommentare besonders interessant

Hier mein Kommentar zum obigen Artikel, der meine wesentlichen Ansichten enthält:
„Ich mag ja unwissend und unwissenschaftlich sein aber die Genderforschung, so wie ich sie mitbekomme, bemüht sich, biologische Unterschiede wegzudiskutieren. Das halte ich für sehr gewagt.
Dass es aus meiner Sicht nicht zu übersehende Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, muss ja nicht unbedingt heißen, dass diesen bestimmte Eigenschaften zugewiesen werden und dieses „Normverhalten“ dann durch die Sozialisation zementiert wird. Das sind aus meiner Sicht zwei verschiedene Dinge, die hier – wie in der gesamten Diskussion – unzulässig vermischt werden.

Persönlich halte ich es auch für wichtig, mal darüber nachzudenken, was man bei den Heranwachsenden anrichtet, wenn man ihnen die Sicherheit – Geschlecht ist nun mal eine der ersten Eigenschaften, über die wir uns definieren – nimmt. Das soll natürlich nicht heißen, dass man ein Kind in eine der bekannten Rollen pressen muss. Vielmehr wäre wohl Toleranz wichtig, dass man z.B. eine Jungen, der einen Rock tragen will, nicht erklärt, dass das nicht geht. Da sehe ich eher die Aufgabe der Genderforschung, den Menschen zu vermitteln, dass die Geschlechtsidentitäten nicht so eindeutig sind und Spielraum für jede Art von „Abweichung“ vorhanden ist. So wie es jetzt ist, kann ich als Mann nur empfinden, dass Männer die schlechteren Menschen sind und eigentlich abgeschafft gehören. Als alter Verschwörungstheoretiker könnte ich das auch so interpretieren: Die Genderforschung ist ein weitere Mittel zur Atomisierung der Gesellschaft. Wir sollen nur noch die Unterschiede sehen, immer das eine gegen das andere abwägen, anstatt unsere Gemeinsamkeiten zu entdecken. Schöne neue Welt…“