Gestern wurde also nun der neue Papst gewählt. Interessiert die Katholen, mir ist das völlig egal. Leider war es jedoch völlig unmöglich, dem Thema zu entgehen. Selbst in so „seriösen“ Sendern wie dem Deutschlandfunk geiferten die Medienhuren nach jeder Nachricht, die sich aus dem Rauch lesen ließ. Jeder wollte der Erste sein und berichten, was der Pope anhat, sagt und wie das dumme Glaubensvolk jubelt.
Ich dachte immer, ich lebe in einem säkularen Staat aber die Papstwahl hat wieder einmal das Gegenteil bewiesen. Aber ehrlich gesagt hat das Ganze ja auch nichts mit „Glauben“ zu tun, sondern ist vielmehr ein „Society“-Event, der „Oberhirte“ ein unverdächtiger Superstar, der sich im Glanz der Aufmerksamkeit sonnt und dem man, ähnlich wie bei den roylaen Hochzeiten, endlich mal huldigen darf. Offensichtlich hat unsere mediale Elite das Bedürfnis, gelegentlich den Kopf abzuschalten und in den tumben Jubel der Massen einzustimmen. „Habemus Papam“! Hoffentlich hält der neue Papst nicht so lange, dann haben wir bald wieder einen neuen „Event“.

Apropos unverdächtig: Heute morgen hörte ich dann mal eine wirklich relevante Nachricht unter all der Lobhudelei. Das Verhalten von „Franziskus, dem I.“ während der argentinischen Militärdiktatur sei nicht unbedingt von Nächstenliebe geprägt gewesen, so zumindest die Gerüchte. Angeblich habe Jorge Mario Bergoglio linke Mitglieder seiner Ordens bei den Machthabern verzinkt. Das passt, denn so waren unsere Christenfreunde ja schon immer: Hauptsache die Seele ist gerettet, der Körper kann gern unter Qualen zerbrochen werden…