Der Rostocker Stadtteil wurde aufgrund der Ausschreitungen gegen Asylantenheime Anfang der 1990er zum Sinnbild deutschen Fremdenhasses. Wer sich die Reportage anschaut, wird jedoch bald feststellen, dass hier von der Politik aktiv gezündelt wurde. Mitten in ein Wohngebiet wurden hunderte Asylbewerber verlegt, mehr als die dafür gedachten Wohnungen eigentlich fassen konnten. Die Asylbewerber waren gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen im Freien zu campieren, ohne Schlafmöglichkeiten, ohne hygienische Anlagen. Und die Anwohner mussten zusehen, wie ihre Umgebung immer mehr verdreckte und das Leben zur Qual wurde. Konfrontationen waren so vorprogrammiert. Die Nazis, die nach einiger Zeit auftauchten und „die Sache in die Hand nahmen“, standen einer konfusen Polizei gegenüber, die seltsamerweise kurze Zeit später bei antifaschistischen Demonstrationen wieder fehlerfrei funktionierte… Im Folge dieser Ausschreitungen wurde die Asylgesetzgebung verschärft, im Osten erstarkten die Neonazis, die die „Roten“ in Schach hielten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…